Radfahren

Abseits des Fußballs ist es der Radsport, der mich seit langem fasziniert. Nicht der Profiradsport, sondern der Amateur- bzw. Hobbyradsport.

 

Was mich besonders reizt, ist die Kombination aus sportlichem Radfahren und Reisen in ferne Länder. 2011 nahm ich an der Tour d’Afrique teil, dem längsten Radrennen der Welt. Über vier Monate und 12.000 Kilometer ging die Reise von Kairo (Ägypten) bis nach Kapstadt in Südafrika. Die vielen Momente der Begegnung mit Einheimischen - allen voran den Kindern - sind mir ebenso unvergessen wie das Eintauchen in die schwierigen Lebensverhältnisse auf dem afrikanischen Kontinent, was mir das unschätzbare Glück meines Lebensmittelpunktes Europa bzw. Deutschland deutlich machte.


2014 führte mich das Etappen-Radrennen The Andes Trail vom "Mittelpunkt der Welt" - der am Äquator gelegenen ecuadorianischen Hauptstadt Quito - bis zum "Ende der Welt", der südlichsten Stadt der Weltkugel Ushuaia in Patagonien, Argentinien. Die fünfmonatige Reise über 11.000 Kilometer und deutlich mehr als 100.000 Höhenmeter war geprägt von der überwältigenden Natur in den Anden, einem intensiven Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung und radfahrtechnischen Grenzerfahrungen in der endlosen Weite von Patagonien.

 

Im Mai 2018 durchquerte ich auf schmalen Pneus Großbritannien und radelte den Klassiker End to End von Land's End bis nach John O'Groats. Die 1.400 Kilometer führten mich durch ein Land voller Naturschönheiten, aber auch Ballungszentren wie Manchester oder Glasgow führen. Anschließend stand dann noch eine 400-Kilometer-Schleife durch Wales an.

 

2019 stand Albanien an - eines der unbekanntesten und zugleich faszinierendsten Länder Europas. 1.300 Kilometer und verdammt viele Höhenmeter habe ich auf meiner Rundreise durch das Land der Skipetaren heruntergekurbelt. Nebenbei war ich auf den Spuren der Vergangenheit und habe zahlreiche Interviews über gestern, heute und morgen geführt. Das Buch über die Tour gerade erschienen: "Onkel Enver, der Fußball und eine Radreise durch Albanien". Dazu gibt es dann auch wieder einer Bilder- und Lesereise - sofern Corona es zulässt.

 

2020 stand ganz im Zeichen der "Tour d'OSTalgie", bei der ich auf den Spuren der großen Industriekombinate und ihrer Fußballklubs durch das Gebiet der ehemaligen DDR kurble. Orte wie Riesa, Dresden, Zittau, Schwedt, das Braunkohlerevier der Lausitz mit Schwarze Pumpe, Brieske etc. sowie Suhl und Tiefenort habe ich bereits besucht, viele andere Orte stehen in den kommenden Jahren auf dem Plan.

2021 bin ich auf den Balkan Beats unterwegs gewesen. Der Start erfolgte in Trieste, von dort aus ging es entlang der Küste über die zahlreichen Inseln Kroatiens bis nach Bosnien-Herzegowina, wo ich u.a. Mostar und Sarajevo besuchte. Von Montenegro aus führte mich der weitere Weg nach Griechenland. Immer im Gepäck die lange und teilweise verstörende Vergangenheit der Region, die ich im buchstäblichen Sinne erfahren habe. 

 

Gerne unternehme ich auch "kleinere" Abenteuer so wie die Paris-Roubaix-Challenge, ein jährliches Jedermannrennen, das über die mystische Originalstrecke führt und an der ich 2015 teilnahm oder das Tagesrennen Ruhr2NorthSea, bei dem es über 300 Kilometer an nur einem Tag von Duisburg nach Bensersiel geht. Dafür habe ich 2017 knapp zehn Stunden im Sattel gesessen.

 

Über meine Radabenteuer blogge ich übrigens regelmäßig in meinem Blog



Bildimpressionen von der Tour d'Afrique