Zwischen Fußballkultur und Radreisen


 

„Das Gedächtnis des Fußballs“ nannte mich die Frankfurter Allgemeine Zeitung einmal und schmierte mir damit ziemlich viel Honig ums Maul. Eine schöne Rolle, die ich gerne erfüllen mag! Denn gerade in umwälzenden Zeiten ist es wichtig, die Vergangenheit nicht zu vergessen und die Entstehungsprozesse aufzuzeigen. Auch ein FC Bayern München war schließlich mal ein ganz normaler Sportverein.

 

Zugleich darf es nicht bei einer eindimensionalen Erinnerungskultur bleiben, müssen Gestern und Heute verbunden werden, damit ein Morgen entstehen kann. Auch darin sehe ich meine Aufgabe als Fußball-Historiker: nicht nur beschreiben, was einmal war, sondern vor allem analysieren, wie es wurde. Davon ist meine Arbeit als Journalist, Buchautor, Lektor und Vortragender geprägt.

 

Das heißt auch eine permanente Auseinandersetzung mit aktuellen Entwicklungen. Und die darf – nein: muss! – auch kritisch sein. Fußball befindet sich gegenwärtig in einem gewaltigen Transformationsprozess, bei dem es zu großen Umwälzungen kommt. Diesen komplexen Vorgang im Auge zu behalten und dabei auch über die zu berichten, die dabei „herunterfallen“, das haben wir uns beispielsweise mit dem dreimonatlich erscheinenden Magazin Zeitspiel zum Ziel gesetzt. Damit der Fußball Volkssport bleibt und nicht Elitevergnügen wird.

 

Neben dem Fußball beschäftige ich mich gerne - und da wird das "aktiv" wortwörtlich - mit Radfahren bzw. dem Radreisen. Meine Erfahrungen auf der Afrikadurchquerung 2011 im Rahmen der Tour d’Afrique, dem längsten Radrennen der Welt sowie dem fünfmonatigen Marathon-Etappenrennen The Andes Trail in Südamerika (2014) haben mich die unschlagbare Kombination des Reisens mit dem Fahrrad kennenlernen lassen. Auch darüber berichte ich in Wort, Bild und Ton.